Freitag, 7. September 2018

Mit dem Du ist es wie mit der Zahnpasta.


Eine heikle Sache oder mal diffus und Rezepte gibt es nicht dafür, wohl doch das Gespür für die Situation und die Gegebenheit. Zudem ist es das Ergebnis von Erziehung und Familie, von Schule und Bildung und guten Freunden.

Meine Grundregel ist die, dass man nicht einfach so Duzt, egal ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit. Natürlich ist schon lange der seltsame Trend vorhanden, als ob Menschen heute sich zwanghaft mit dem du arrangieren müßten und anderes ist verklemmt. Blödsinn. 

Grundsätzlich darf das kein Problem sein,  dass man mit dem SIE beginnt. Natürlich ist Du zunächst Freunden vorbehalten, der Familie und das ist beileibe keine veraltete Regel, wie es mitunter auch Coaches erläutern wollen. Wer danach googelt, wird auf Anhieb fündig.

Die Sprache sagt doch genug dazu aus und das nicht nur in der Deutschen Sprache. Warum sich heute so viele damit verkünsteln wollen und dies Etikette nennen oder Stilfragen, ist mir fragwürdige Angelegenheit. Allzu oft waren Beschwerden in diese Richtung, dass DU die meisten nur zum Frech sein ermuntert und umso mehr Respektlosigkeit sich einstellt. Ist es die Vorstellung, Distanzlosigkeit wäre besser? Dass Liebe, Sympathie, Nähe und Wärme damit "herstellbar" wird? Daß weniger Kritik damit verbunden ist, man sich als Person nicht so sehr in Frage gestellt sieht? Eben das ist doch trotzdem falsch.

Auch gehört die Couch nicht an den Arbeitsplatz, Privatgespräche oder das neuerdings fragwürdige benutzen von Arbeitsmaterial für private Zwecke kommt mir nur vor wie von naiven und beziehungsgestörten Menschen, die die Grundregeln des Lebens und des Miteinander nicht mehr verstehen - nicht können oder nicht wollen.

Eines dieser Unphänomene ist längst deutlich geworden durch die Pöbeleien und Attacken von Jugendlichen, jungen Männern oder mal Nichtdeutscher und im Zusammenhang dann noch die unflätige und sexistische Sprache, Bodenschubser. Wie aber kann dem sein, dass dies Befremden in der Gesellschaft ausgelöst hat bis heute? Als ob da jene in Schockstarre gefallen sind, wie grausam manche Menschen sind, nicht nur die heile Welt existiert und der Film die Realität ist.

Mit dem Du ist es wie mit der Zahnpasta. 

Einmal draußen, bekommt man sie nicht wieder in die Tube. Eine Rückkehr zum „Sie“ wäre ein geradezu feindseliger Akt. Während die Duzgewohnheit früher auf bestimmte soziale Gruppen beschränkt war, erfreut sich die Anrede in der zweiten Person, die eine gewisse Distanzlosigkeit suggeriert, inzwischen epidemischer Beliebtheit.

Auch wenn es natürlich starken sozialen Wandlungen unterworfen war, wer wen duzte (in der Familie oder im Adel, bei den Sozialdemokraten und Kommunisten, der Kirche, den (Berg-)Seilschaften und Sportsfreunden), gab es bis vor wenigen Jahrzehnten immerhin noch große Reservate des „Sie“. Heute gelten Verfechter des „Sie“ in vielen Kreisen schon als skurril und kauzig, vielleicht sogar als Soziopathen.

Es ist wie überall: Eine inflationäre Verwendung führt zur Entwertung. Das unterschiedslos verwandte „Du“ lässt keine Rückschlüsse auf den Grad einer Verbindlichkeit oder gar Intimität zu. Im Gegenteil kann sich hinter einem „Sie“ eine viel tragfähigere Freundschaft und Beziehung verbergen als hinter dem „Du“.

Wenn in großen Unternehmen das „Du“ als Anrede verordnet wird, ist dies letztlich nur ein Akt der Hilflosigkeit. Allgemeines und angeordnetes Geduze führt den nachvollziehbaren Wunsch nach Vertrautheit und Nähe ja geradezu ad absurdum.

Mehr dazu also hier   Manieren und Benimmregeln  von einem Profi aus dem Bundestag


Ärger gibt es jedoch durchaus mitunter und auch Menschen, die mit Starrsinn nur leben. Natürlich kann es auch erfragt werden und mit angenehmen Naturen ist das in der Regel kein großes Problem. Unterschiede bestehen am Arbeitsplatz gegenüber Vorgesetzten oder in der Freizeit, in Vereinen.

Manche betrachten das Du als Aufforderung oder Erlaubnis zum unflätig sein und ist natürlich falsch. Hier alles auflisten habe ich nicht vor sondern nehmen exemplarisch ein paar Texte und Leserbeiträge aus Zeitungen. In der Regel muss man dazu nämlich nicht viele Worte machen. Manche geben Hinweise zu Mobbing, zu herablassenden Umgangsformen als Bossing: Mobbing nach unten  oder auch dem Staffing: nach oben mobben etwa typisch Schüler-Lehrer-Machtausübungen oder die Polizei als Feind, wenn gegen Polizisten gemobbt wird, gedroht, schikaniert. Bullying wird es in eher englischprachigen Ländern bezeichnet.


Mir fällt dabei auch auf, dass weitaus mehr Kritiken auch in Artikeln der Yellopresse auftreten, nicht als Leserbeitrag wohlgemerkt, in denen die Chefs kritisiert werden, die also schwer im Visier stehen

Quelle:schwarzer-kaffee.net
8 Zeichen,dass Ihr Chef Sie nicht respektiert

< Checkliste: wie-gut-fuehrt-mein-chef 

> haben Sie den   idealen Chef? 



Hier einige der Leserbeiträge aus der Bild und exemplarisch ein paar wesentliche Punkte.

- GENAU so seh ich das auch , bei uns auf´m Bau ist DU absolut üblich !

- Die Engländer sind ein höfliches Volk, also gibt in der englischen Sprache nur das "Sie" (you). Das "Du" (thou) wird heute nicht mehr gebraucht.

- Neulich wurde ich in einem schwedischen Möbelhaus von der Kassiererin geduzt. Ich habe einfach den ganzen Krempel an der Kasse stehen lassen und bin gegangen.

-  Handwerksbetrieb mit 22 Mitarbeitern. Ich Chef. Jeder, ob Meister, Geselle, Stift oder Buchhalterin, wird gesiezt. Was die Mitarbeiter unter sich ausmachen, ist mir schnurz.Ich betrachte das Siezen als Respektbeweis. Mag sich altmodisch anhören, funktioniertbei uns prima....


- In mehreren Ländern, in einigen Berufen oder an der Theke in Gaststätten sowie in den meisten Vereinen ist es üblich wenn Geduzt wird,ich finde es persöhnlicher wenn man sich duzt.Trotzdem habe ich in meiner Jugend mal den Spruch gelernt :Man sagt schneller Du Aschloch als Sie Aschloch,das heißt für mich immer es kommt immer auf die Situation an wann man einen anderen Menschen duzt oder sizt in den meisten Fällen ist es besser wenn man die Zeit dazu reifen läßt.


Quelle: ... comment (inclusive der Fehler übernommen!)

 Bildquelle
lto.de/recht/ Heinisch Karrikatur



Respekt, Freundschaft
Nähe und Distanz
Würdelos, Vulgär
sexistisch, unflätig


Erfahrungswert für mich ist und fast rundweg Standpunkte von Beteiligten, wer dabei Probleme macht ist eher das Problem.Nichtdeutsche ziehen vereinzelt auch das Argument des 'Englischen heran, Unsinn jedoch, denn wir leben in Deutschland. Und ebenso kennt das Französische ja das Vous nicht nur Tu. Das Problem der Sprache ist es hierbei nicht.


Kurz gesagt heißt das, die sollen nicht so dumm stellen.

Ein eigenes Spektrum stellt das Türkendeutsch dar,das auch mit Provokation einhergeht, ist bewusst und aggressiv.


Manche verwenden auch gerne ein Servus und ist in Österreich mehr beheimatet. Nach Wikipedia allerdings europaweit: Servus ist ein traditioneller, freundschaftlicher Gruß in großen Teilen Mitteleuropas ....

kann dies jedoch nicht teilen, da es keinesfalls üblich auftritt in der Arbeitnehmerwelt, Technik oder auch generell schon im Alltag. Eher wenig. Gängig ist im Kaufhaus, Banken etc. als Kunde z.Bsp.

       Hallo.... was noch kein du impliziert

Gehst du Bäcker?


Der Schlendrian bei uns versteht damit manchmal auch die Unterschrift: wo man den Servus hinmachen soll: da wo das Kreuzchen ist...? Natürlich hat es mit Respekt zu tun und per Sie ist lediglich ein Teil davon.


Mit dem, was manche Kunst nennen, dies aber nicht ist, so sage ich, sind allerdings neue Probleme entstanden

The toten Crackhuren im Kofferraum (abgekürzt The T.C.H.I.K. oder T.C.I.K.) sind eine Berliner Pop-Punk-/Electroclash-Band. Die Bandmitglieder treten unter den Phantasienamen Netja Triebeltäter, Luise „Lulu“ Fuckface (bürgerlich Mareen Kießig), Stehfanje Funface, Kristeenager, Doreen K. Bieberface/Doreen Nr. 19, Tanna Biertier und Lynn Love auf.[1][2] Die Band wird unterstützt von Thomas Echelmeyer (Bass), Daniel Reuschenbach (Schlagzeug) und Mötley Chrü Funface (Gitarre). .... Album Mama ich blute  ..und noch mehr natürlich


  (Quelle: Wikipedia)
mehr dazu hier: FAZ

Und es war 2013, dass ...


Zum zweiten Mal in Folge ist die Greifswalder Punkband Feine Sahne Fischfilet im Verfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommerns gelandet. Weil die sechs Musiker im vergangenen Jahr in einem Eilverfahren gegen die erste Erwähnung geklagt hatten, haben sich die Verfassungsschützer im Bericht für 2012 besonders ausführlich mit der Band befasst. Auf anderthalb Seiten belegen sie, warum die Greifswalder Band ihrer Meinung nach den Staat einschließlich seiner freiheitlich demokratischen Grundordnung grundsätzlich ablehnt. So sehen sie in verschiedenen Äußerungen in Interviews und Liedtexten Belege dafür, dass die Band Gewalt gutheißt. NDR Nachrichten, Verfassungsschutzbericht

Gerade war ja eine hitzige Debatte anläßlich der Vorkommnisse in Chemnitz und ach je, das Journalistendeutsch. Aber da gibt es ein weiteres Beispiel und sollte ich  es vorenthalten? Ist ja bereits publiziert worden. 

Hier also geht es schon nicht mehr um das DU sondern um Respekt. Was ist das nur. Ach, die Großkot ... sagte jemand von der Straße, die sollt man alle mal einsperren oder abknallen .... die schwimmen doch alle im Geld!!!

"Sachsen sei „das deutsche Ungarn“, schreibt Jakob Augstein, seines Zeichens Miteigentümer des Spiegel-Verlages sowie Eigentümer, Geschäftsführer, Verleger und Chefredakteur von Der Freitag, manche sagen auch: von Beruf reicher Sohn. Sachsen wäre „wie das Internet“, so Augstein weiter. Der ganze niedrige Hass, der sich im Netz Bahn breche – in Sachsen könne man ihn auf der Straße sehen. „Die Videos aus Sachsen zeigen sie ja, die dicken, stiernackigen Männer, die mit ihren Glatzen aussehen wie Pimmel mit Ohren … Sie sind das Fleisch gewordene Rülpsen und Tölpeln, das die sozialen Medien durchflutet.“ Doch dies ist nur die besonders hässliche Spitze eines gewaltigen Eisberges, den Alexander Wendt fein säuberlich abträgt." hier nachlesbar > fleisch-gewordenes-ruelpsen

Ist denn niemand mehr zurückhaltend mit dem Redeschwall? Beredsame Menschen. Doch, die Politiker und die Presse würden vieles verschweigen: es wird zu viel Wahrheit verzerrt und zu viel Fakten, wird ihr vorgeworfen. Als Realitätsverkennende Politiker werden die beschrieben, die das weitreichende Welcome herbeigeführt haben. 

Aber Hallo .!!

Und Schule? Schüler und Jugend? Da ist es doch erlaubt, wenn der Schüler in der ersten Klasse sagt, Du Herr Lehrer, wie geht das?

Aber doch nicht gleich übertreiben. Und nein, das sind keine Übertreibungen.

Alltagsrassismus: „Wo kommst du eigentlich her?“ – Der alltägliche Rassismus

Wenn in Chemnitz Neonazis auf offener Straße ihren rechten Arm in die Luft recken und Menschen mit einer anderen Hautfarbe verbal oder physisch attackiert werden, dann zeugt dies von nichts anderem als purem Rassismus. Das ist zumindest den meisten Menschen bewusst.

Nur halte ich da für eine übereilte These und Schlussfolgerung, die nur dem Mainstream gehorcht. Wird heute denn alles mit Rassismus bezeichnet! Nein, so aber geht das nicht. Es gibt auch noch eine kindliche Neugierde und die per se Tatsache des Neuen und Fremden, des Ungewohnten, nicht nur das Vorurteil, die Voreingenommenheit, die Projektion der Erwachsenen, auch des Fachmannes oder der Fachfrau und die Vorverurteilung. Und natürlich gibt es beim Schüler, bereits beim Kind, keine Reinform oder Urform mehr der Wahrnehmung, Welt und Menschverstehen, sondern man ist immer bereits erzogen, irgendwie (positiv!) beeinflußt worden pränatal, peri- und postnatal allemal.




Ein typisches Beispiel für Alltagsrassismus ist die Frage „Wo kommst du eigentlich her?“. Denn dadurch wird dem Gegenüber suggeriert: „Du gehörst hier nicht dazu. Du bist kein Teil dieser Gesellschaft.“