Freitag, 17. Januar 2025

Lautenmusik zum Träumen und Schwärmen

 





Musik läßt einen gerne das Unrecht der Gegenwart vergessen, man entschwindet in eine andre Welt. Lautenmusik wie hier aus der Barockzeit (bis Rokoko) hat bis heute viele Interpreten und ebenso begeisterte Hörer gefunden. 

  

Die drei Motive des Barock.

Vanitas, die Eitelkeit: Vergänglichkeit und Bedeutungslosigkeit des Menschen und des Lebens. 

Zumeist stand ohnehin die höfische Welt, standen Adel und Hochadel im Mittelpunkt des Geschehens. In dieser Epoche entstand eine reichhaltige Musikwelt, die bis heute spürbar geblieben ist. Der Barock gilt als eine der innovativsten und stilprägendsten Phasen der Musikgeschichte, in der viele bedeutende musikalische Gattungen entwickelt wurden. Vor allem Händel oder Vivaldi, Albinoni, J.S.Bach, Wiliam Byrd oder John Dowland in England, dann Haydn, Mozart, Beethoven, die etwas später lebten, machen das deutlich. Die Liste der Komponisten ist lang. Viele der Instrumente heute stammen aus der Barockzeit und wurden damals entwickelt.

Luxus und Verschwendung der Wenigen
 gegenüber Armut und Krankheit im Volk

Der 30jährige Krieg war seit 1618 im Gange und war ursprünglich eine konfessionelle Auseinandesetzung zwischen Katholiken und den Protestanten nach der 1517 beginnenden Reformation. 

Martin Luther entpuppte sich jedoch als Hassprediger, er stellte sich auf die Seite der protestantischen Fürsten und hielt nicht viel von den Bauern, deren Forderungen aber mehr Rechte waren, Abschaffung der Leibeigenschaft, Reduzierung der Frondienste und Steuern und das reine Evangelium. Die Bedeutung Leibeigen (mit dem lïbe eigen) im Sinn von unfrei, nicht sich selber gehören (arme lüte die mit dem libe nit ir aigen sind), sondern seinem Gutsherrn, entstand erst im 14.Jahrhundert. Erstmals soll sie in einer von Adolf Friedrich I. von Mecklenburg herausgegebenen „Gesinde- und Bauernordnung“ von 1645 belegt sein.

Der Sachsenspiegel von 1220, das Rechtsbuch des Mittelalters.

Hier noch ein Rückgriff in das 13. Jahrhundert und den diesbezüglich kritischen Sachsenspiegel über das Leibeigentum. Der Verfasser des Sachsenspiegels, Eike von Repgow (13. Jh.), brach mit der vorherrschenden kirchlichen Lehre von der gottgewollten Knechtschaft der Bauern, indem er gemäß Genesis (1 Mose) betont, dass Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen habe und dass sich derjenige versündige, der in falscher Bibelauslegung einen Menschen jemandem anderen zuspreche als Gott. 

"Mit meinem Verstand kann ich es nicht für wahr halten, dass jemand einem anderen gehören soll." sagte Eike von Repgow.
(Lexikon zum Mittelalter)

„Diz recht en habe ich selbir nicht erdacht, ez haben von aldere an uns gebracht Unse guten vorevaren. mag ich ouch, ich will bewaren, Daz min schatz under der erden mit mir nicht verwerden. Von gotis genaden die lere min sal al der werlt gemeine sin.“


Außerhalb Sachsens gab es daneben den um 1275 entstandenen Schwabenspiegel, der für das außersächsische Deutschland war. Ein unbekannter Augsburger Franziskaner hat ihn geschaffen. Als Quellen dienten die Bibel, römisches und Kanonisches Recht sowie die Reichsgesetze Karls des Großen.

Cap. XIX.
Von vier landen.
In teutschen landen hat yeglichs lant seinen pfalentz graffen.
Sachszen hat einen,
Beyren hat einen,
Francken hat einen,
Schwaben hat einen.
Dise vier lande warend hie vor alles künigreich.
Das geschach do Iulius ze rom künig ward und teutsche lant betzwang.
Do wolt iulius nicht, das über alle teutsche lant und römisch reich mer künig were dann er alleine

Cap. LIII. Wie man beweret dz nieman des andern eigen sey ze rechte. und ist sehr interssantes Kapitel, da es hier um das Thema geht, aber es bedarf eigener Arbeit und Übersetzungskunst. Biblischer Bezug ist etwa auf Jesus, der gesagt, gib dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott was von Gott ist.

"Got hat den menschen nach im selb gebildet des sol im der mensch gnaden sagen. Er hat auch den menschen mit seiner marter von der hell erlöst, des sol in der mensch loben gröszlichen." oder 
" Nun ist in gestat das wir in der heiligen geschrifft nicht vinden daz nieman des anderen eygen sol sein." 
"Wir sollen den herren darumb dienen das sy uns beschirment Und als sy die leut nicht beschirment so enist man in auch dienstes nicht gebunden."

Die Herren (Landesherren, Fürsten, ... ) sollen das Volk, die Menschen beschützen und beschirmen, so das nicht mehr sattfindet, sind die Menschen nicht mehr an die Dienstbarkeit gebunden, sie sind den Herren also keinen Gehorsam mehr schuldig. Sie kommen ihrer Aufgabe nicht nach, werden dadurch vertragsbrüchig. Erinnert ds nicht stark an Gleichnisse wie das des guten Hirten wie bei Johannes zu erfahren ist? Der gute Hirte setzt sein Leben ein für die Schafe.

Anders ist das bei einem, der die Schafe nur für Geld hütet. Er ist kein Hirte, und sie gehören ihm nicht: Wenn er den Wolf kommen sieht, lässt er sie im Stich und läuft weg.

Hinweg mit der Unterdrückung und Ausbeutung durch Kirche und Adel?

Bauern und Volk wurden in ihrer Hoffnung auf eine Umverteilung nach unten enttäuscht, und Luther äußerte sich 1525 maßlos in der Schrift »Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern«da er sich den Fürsten anzubiedern gedachte und damit nur Dienst an der Obrigkeitshörigkeit leistete und sie förderte. 

Er war auch nie ein Freund des kleinen Mannes.

 »Drum soll hier zuschmeißen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, dass nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann, denn ein aufrührerischer Mensch. -  Ich habe im Aufruhr alle Bauern erschlagen; all ihr Blut ist auf meinem Hals. Aber ich schiebe es auf unseren Herrgott; der hat mir befohlen, solches zu reden.« aus den Tischreden. Luther und die Bauern.

Dies war die Rektion darauf, dass Bauern den  Grafen Ludwig von Helfenstein mitsamt seiner Begleiter vor den Toren der Stadt Weinsberg ermordet haben.

Addendum: Luther und Das Recht der Obrigkeit
»Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen. …Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.«
(Martin Luther, Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526, zit. nach: Glaubensstimme, S.8). 
Hier noch ein kritischer Zeitungsartikel der Welt von 2014: die dunkle Seite Martin Luthers.

Soweit ein Jahrhundert vorher im Bauernkrieg 1525.

Schrecken ohne Ende, Fotogalerie Spiegel
Rasch traten im 30j. Krieg jedoch machtpolitische Interessen hinzu. Es entstand eine Epoche der Gegensätzlichkeit und des  antithetischen Denkens. An den Fürstenhöfen herrschte nach dem Vorbild des französischen Absolutismus Luxus und Verschwendung, das Leben der Bevölkerung jedoch war geprägt von Armut und Pessimismus. Prunkvolle Bauten standen der Armut auf dem Land gegenüber.

Memento mori."Bedenke, dass du sterben musst."

Faktoren des Vertrauens an die Musik waren bestimmt aber der christliche Glaube, waren Gott und die Schöpfung für viele der Musiker und Komponisten als ihr Bekenntnis, waren Kirchenchöre und Musiker auch auf dem Land wie die Turmbläser zum Turmblasen oder das Collegium musicum als private Zusammenkunft von Musikliebhabern. Georg Philipp Telemann und J.S. Bach übernahmen zum Beispiel die Leitung in Leipzig. Viele der bekannten Musiker und Komponisten damals hatten meist nur konfessionell eine Chance im Leben für Musik.

Addendum: Eine heute sehr heikle Sache, die für mich Unrecht und Missbrauch nur darstellt, der nicht mehr sein soll und nicht mehr sein darf, waren die Kastratensänger und Musik wie Farinelli. Monteverdi, Alessandro Scarlatti, Händel, Mozart und Rossini gehörten mit ihren Kompositionen mit dazu und ich sehe darin aber keineswegs irgendein Ruhmesblatt. Auch habe ich nicht die Auffassung, dass alles Kunst ist, nur weil es welche so bezeichnet sehen wollen. Und privat schon gar nicht. Wahre Kunst hierzu ist ermahnend und warnt vor dem Bösen, zeigt evtl. Wege des Meidens auf oder stellt gegenüber, aber verschreibt sich nicht dem Bösen. Längst sind das allgemeine Grundregeln und Erkenntnisse in Pädagogik und Psychologie, in Familie und Erziehung. Konsens ist, Erziehung und Bildung zum Positiven, prosozial und eine konstruktiv Menschheit und Gesellschaft (Dualismus).

Cecilia Bartoli war eine Ausnahme, die sich im September 2009 in einem Bildinterview dazu geäußert hat: „Der Mensch ist ein grausames Monster, wenn es um Schönheit geht“. Und Hier, hier: Wenn es um Schönheit geht, hier
Der Mensch ist ein grausames Monster

Addendum: falscher Film.

Zu keiner Zeit aber waren das für mich bzw. bei uns in der Männerwelt Technik Interessethema, ebenso aber wurde kaum je von Männerwelt gesagt. Das Framing, das bis heute dazu vorgenommen wird, ist alleweil ebenso schädlich dazu und ist kurz gesagt, der falsche Film, in dem die sich urheberisch befinden.

Wesentliches Interesse ist die Arbeit, die einen ausfüllen kann, und nicht, dass oder ob es Männerwelt ist.
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Carpe diem. "Nutze den Tag."

Die Mitwirkung von Frauen war keinesfalls untersagt, gewiss den Klöstern mehr vorbehalten, aber eher galten Bedenken ob der Unschicklichkeit beim Spielen von Instrumenten, wenn Frauen die Beine spreizen müssen.

Die Entstehung des Volkstanzes und der Volksmusik und wie weit es sie gegeben hat, ist aus der Literatur nur wenig zu erschließen.

Meistersänger von Nürnberg

Jahrhunderte zuvor waren die bürgerlichen Dichter und Sänger im 15. und 16. Jahrhundert herausragend , die sich zu einer Zunft der Meistersänger von Nürnberg zusammenschlossen und ihre Kompositionen aus dem Minnesang des 12/13.Jhds. hergeleitet haben. Mitglieder waren meist Meister, Lehrer, Pfarrer und Juristen.

Der Minnesang galt der Verehrung einer hochgestellten Frau, war ritterliche Liebhaberei und Liebeslyrik des Adels.
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   Schlußhinweise. In der Regel formuliere ich meine eigenen Worte, Sätze und Texte, so wie es auch richtig ist und Zitate sind als solche gekennzeichnet, entweder durch eine andere Textfarbe oder mit Anführungszeichen "......" .

Das ist Commonsence und wird allgemein längst vorausgesetzt. Jeder, der Texte schreibt, Bücher, Romane, wer journalistisch tätig ist, weiß darum und hält diese Praxis auch ein. 

Daher: in einem der ersten Abschnitte ist ein Teilsatz nicht als Zitat gekennzeichnet, das war aber Absicht und wer Lust verspürt, kann sich auf die Suche begeben. Ich schreibe hier auch keine wiss. Abhandlung, wobei ich Regeln automatisch immer einhalte. Gelernt ist halt gelernt.

Mein Beweggrund war, das mir Nörgler manchmal auf den Dings gehen, wobei auf dem Blog hier fast rundeweg Schonung besteht, Gott sei Dank. Bei den sozialen Medien ist es von Trollen gerne gehandhabte Praxis, Störmanöver zu vollführen, sind auch oft Frontalangriffe, und das Thema an sich ist dabei meist hinüber, also weggeschoben und eifrig finden sich gerne dann weitere Streitsucher mit ein. Die Dialoge finden auf anderem Feld dann statt.

So können auf einen Post 10 weitere Userantworten nachfolgen, die mit der ursprünglichen Frage oder Anmerkung gar nichts mehr zu tun haben.

Nicht jeder jedoch, der auf Fehler aufmerksam macht, ist gleich ein Troll.




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